Das große Haus am kleinen Haus

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Purkersdorf Wohnen mit Weitblick

Sachen gibt’s: Zufälle und Vorfälle

Können Sie sich vorstellen, dass man in Österreich so bauen darf?

Der NÖ Landesverwaltungsgericht stoppte zunächst den Bau an der Ecke Linzerstraße - Hardt-Stremayr (visavis großem Billa) auf Antrag der betroffenen Nachbarin, da offenbar grob gegen die Bebauungsvorschriften verstoßen wurde.

Es ist nicht das erste Mal in Purkersdorf, dass zwecks maximaler Nutzung plötzlich z.B. um viele Meter höher gebaut wird.

Der Unterschied ist nur, dass hier eine betroffene Nachbarin sich das nicht gefallen lässt und auf einschlägige Beziehungen der Bauwerber hinweist. Es sollen nach Angaben der Nachbarin offizielle Vertreter der Gemeinde bei Besprechungen sehr laut und unangenehm geworden sein.

Es sind auch andere fast mysteriöse Dinge geschehen sein, z.B. dass die Grundgrenze um hunderte Quadratmeter falsch vermessen wurde.

Jedenfalls bemerkenswert viele Zufälle, Vorfälle und Querverbindungen, die nicht nur das Landesverwaltungsgericht fit halten wird.

Frage: Wie würden sie sich fühlen, wenn ein finanzkräftiger Investor so an ihr Haus heran baut? Würden sie das einfach hinnehmen?

Das große Haus am kleinen Haus –

alles supersauber?

Verantwortliche vor den Vorhang!

Etwas Ähnliches dürfte sich vielleicht auch der Bürgermeister gedacht haben, als er am 19.6.18 im Purkersdorfer Gemeinderat selbstbewusst berichtete, dass das „Landesverwaltungsgericht die Rechtsmeinung der Stadtgemeinde vollinhaltlich bestätigt“ hätte. Die Entscheidung zeige, “wie sorgfältig und bedacht die befassten Bediensteten in dieser überaus diffizilen Rechtsangelegenheit agiert“ hätten. Alles supersauber!

Allerdings werden dabei zwei Dinge vergessen:
  • Die Oberbehörde hatte einen Bescheid der Gemeinde aufgehoben, und einen Baustopp verfügt; und das war nun schon der zweite Anlauf.

  • Die Oberbehörde hatte auch beim zweiten Anlauf zur Bedingung gemacht: 1. Dass die Gesamtbauhöhe verringert wird – dies wurde dann durch einen mansardenartigen Umbau im obersten Stockwerk erfüllt, und dass eben ein Balkon teilweise abgetragen werde.

Inwiefern man da von „vollinhaltlich bestätigt“, „sorgfältig und bedacht“ sprechen kann, darüber kann sich jedeR eine Meiung bilden.

Allerdings sei dem Bürgermeister zugute gehalten, dass er an anderer Stelle gemeint hat, dass er mit diesem Bau überhaupt nicht beschäftigt war; und daher möglicherweise etwas vorglegt hat, was er voher gar nicht gelesen hat….

Das große Haus am kleinen Haus – wenn der Gutachter mit dem Architekten des Bauträgers ….

In gewisser Hinsicht hat der Bürgermeister auch recht, wenn er von einer „überaus diffizilen Rechtsangelegenheit“ berichtet. Wir wollen darauf auch im Detail jetzt nicht eingehen. Nur ein Punkt sei beleuchtet, und das ist eigentlich ziemlich einfach und gar nicht diffizil:

Der „bautechnische Sachverständige der belangten Behörde“ hatte mit dem Architekten des Bauwerbers bzw. Bauträgers - wie das Gericht anmerkt - „jedenfalls für ein gemeinsames Projekt …ein gemeinsames Büro“ und zwar „über einen nichtfestellbaren Zeitraum“ (Warum das so schwierig feststellbar sein sollte, wird nicht ausgeführt).

…. ein gemeinsames Büro hat – ist dann eine  GOLDENE KELLE fällig?

Und laut Gericht dürften zwar nach den Vorschriften keine engeren Verwandschaftsbeziehungen zwischen Gutachter und Parteien bestehen, aber das Gesetz sage nirgends, dass ein gemeinsames „Projektbüro“ zwischen Sachverständigem und dem Architekten des Bauwerbers zur Befangenheit führen müsse. Das Gericht gibt immerhin zu, dass es hier „einen formalen Standpunkt“ einnimmt: sozusagen - was nicht ausdrücklich verboten ist, wird erlaubt sein. Und jetzt wird’s heroisch: der Sachverständige „hatte seine Befangenheit durch das Schreiben vom 22.9.17 sowie in der mündlichen Vehandlung verneint“. Und er sei ja am Bau auch nicht beteiligt...

Tja, na dann wollen wir nur ergänzen, dass so eine Konstellation ja sehr ökonomisch ist: Wenn der Gutachter dem Architekten sehr nahe ist, was liegt näher, als dass der Gutachter die Sache des Architekten des Bauwerbers als gut erachtet. Ist das nicht der tiefere Sinn eines GUTachtens?  Kurze Wege zwischen Sachverständigem und Architekten, alles superschnell, keine Missverständnisse; alles supersauber, vorbildich und das nächste Mal wieder. Daher wäre ein Preis fällig: die GOLDENE KELLE für vorbildliche Harmonie zwischen alter und neuer Bausubstanz - zur Ehre und Aufbesserung der sicher viel zu geringen Rendite eines vermutlich notleidenden Investors.

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