Zum angekündigten Schlögl-Rücktritt als Bürgermeister: Licht und Schatten

  1.  Eine Sammlung verschiedener Pressemeldungen zum angekündigten Rücktritt Schlögl als Bürgermeister ist auf  https://www.listebaum.at/karl-schloegl-gibt-rueckzug-bekannt zu finden.

  2. ist nicht ganz klar, inwieweit sich Schlögl real tatsächlich zurückzieht, da er sich angeblich ausbedungen hat, dass er weiter mitmischen kann, und auch angeblich im Gemeinderat verbleibt. Es stellt sich dann auch die Frage, inwiefern sein Nachfolger eigenständig agieren wird/kann

  3. 1989 wurde er Bürgermeister in einer Patt-Situation - weil die Liste Baum damals im dritten Wahlgang für ihn den Ausschlag gab; unter Vorbehalten, und innerhalb nur einiger Jahre polte er tatsächlich die Zusammenarbeit mit grün-links hin zu Rechts und Weit-Rechts um

  4. Mag. Schlögl war und ist unbestritten ein exzellenter Organisator und Manager – unabhängig davon, ob das Organisierte für die Gesamtheit tatsächlich was bringt - und vor allem in den ersten Jahren seiner Amtsführung hatte er notwendige Modernisierungen umgesetzt.

  5. Auch sozialökologisch ist unter ihm in den ersten Jahren seiner Amtszeit - auch auf Druck unserer Liste - viel weiter gegangen: Wienerwaldkonferenz, Klimabündnis, Biomasseheizwerk…doch gibt es hier schon lange keine wesentlichen Fortschritte mehr. Kurzfristige Effekte standen immer mehr im Vordergrund. Und es stellt sich heute die Frage, inwieweit nicht viele andere Gemeinden bezüglich Umwelt, Soziales und Demokratie Purkersdorf überholt haben, und unser lebenswertes Purkersdorf klima- und zukunftsfit ist

  6. Zweifellos ist Schlögl ein erfolgreicher Kommunikator, der beachtliche Wahlerfolge erzielte. Und letztlich ist er ein Viel-Arbeitender, der sich auch um viele Anliegen von BürgerInnen sehr angenommen hat

  7. Faktum ist auch, dass sich Immobilienkaiser mit ihren Aktivitäten in Purkersdorf in den letzten Jahren unter Schlögl weitgehend verselbständigt haben, ja dass er selbst im Bereich der Immobilien ein kleines Reich aufgebaut hat, und daran weiterbaut.

  8. In vielen Jahren hat sich unter ihm auch ein nicht auch ein wenig transparentes Netz „Friends-Economy“ entwickelt. Es bleibt jetzt zu hoffen, dass wieder der Weg zu einer transparenten Politik gefunden wird.

  9. Ein negatives Vermächtnis für die Zukunft Purkersdorf sind die vielen Millionen ausufernder Frankenspekulationskredite, aber immerhin wurde in den letzten Monaten Einstieg in den Ausstieg vorberietet.

  10. Am Enttäuschendsten - und persönlich tragisch - ist Schlögls Entwicklung von links unten als Jugendlicher nach rechts oben, samt problematischen Aktivitäten im Versicherungs- und Immobilien-Bereich und bei Novomatic. Und dass er von Strache und Co kaum unterscheidbar geworden ist, dass er seit langem für eine SP-Koalition mit Rechtsaussen ist; bis dahin, dass er deren Kandidaten  bei der Bundespräsidentenwahl favorisiert hat.

  11. Natürlich hat sich in Purkersdorf in den letzten 29 Jahren sehr viel entwickelt, und Vieles positiv verändert – wie in vielen anderen Gemeinden auch. In Purkersdorf haben daran viele mitgewirkt, und an vielem hat Schlögl einen großen Anteil. Dafür gebührt ihm Dank. – Ob Purkersdorf nicht noch viel mehr Potential haben wird, wird sich zeigen, wenn es statt einer absoluten Mehrheit wieder zu einem freien Spiel der Kräfte und zu einem Wettbewerb der besten Ideen kommen wird.

  12. Schließlich darf man ihm persönlich wünschen, dass er auch durch den angekündigten vermehrten Kontakt mit Enkeln dazu findet, sich an zukunfts- und enkelfiten solidarischen Idealen zu orientieren und so wieder wieder an die Träume seiner Jugend anzuschließen

                                                                                                                                                                                  DDr. Josef Baum 

 

 

Sozialökologische Plattform Purkersdorf

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